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11 typische HACCP-Fehler in der Praxis: was Kontrolleure beanstanden und wie Sie es vermeiden

Kurz erklärt

Die HACCP-Fehler, die bei Kontrollen auffallen, sind selten fehlendes Wissen. Es sind Lücken zwischen Konzept und Alltag: Temperaturlisten, die vor dem Termin nachgetragen wurden, Abweichungen ohne dokumentierte Korrektur, ein Reinigungsplan ohne Verantwortlichen, ein Konzept aus der Vorlage, das nie an den Betrieb angepasst wurde, und Belehrungen nach § 43 IfSG, die mit der Hygieneschulung nach § 4 LMHV verwechselt werden. Jeder dieser Fehler ist erkennbar und mit wenig Aufwand zu beheben, wenn man weiß, wonach ein Kontrolleur sucht. Mit der HACCP-Control-App und der Online-Hygieneschulung sind die meisten davon technisch abgestellt: Einträge mit Person und Zeitpunkt, Abweichungen nur mit Korrekturmaßnahme, Bescheinigungen mit QR-Code, die der Kontrolleur selbst prüft.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung kommt unangekündigt und risikoorientiert. Wer zuletzt Beanstandungen hatte, wird häufiger kontrolliert. Die meisten Betriebe, die beanstandet werden, wissen, was HACCP ist. Sie haben ein Konzept, einen Reinigungsplan und Listen. Der Fehler liegt fast immer dazwischen: zwischen dem, was das Konzept verspricht, und dem, was der Betrieb an einem normalen Dienstag tut.

Diese Seite sammelt die elf Fehler, die in der Praxis immer wieder auffallen. Für jeden steht, woran der Kontrolleur ihn erkennt, warum er passiert und wie Sie ihn beheben. Die ersten fünf betreffen Personal und Schulung, die übrigen sechs die Dokumentation und Eigenkontrolle.

Woran ein Kontrolleur Fehler erkennt

Ein Kontrolleur liest nicht zuerst das Konzept. Er vergleicht. Was steht im Reinigungsplan, und welches Mittel steht im Regal? Was steht in der Temperaturliste, und was zeigt das Thermometer im Kühlschrank jetzt? Was sagt das Konzept über den Wareneingang, und was sagt die Küchenhilfe, wenn man sie fragt, wie sie die Lieferung heute Morgen geprüft hat?

Dahinter stehen drei Fragen, die sich für jeden Punkt der Eigenkontrolle stellen lassen:

  1. Gibt es eine Regel? Ein Plan, ein Grenzwert, eine Zuständigkeit.
  2. Wird sie gelebt? Der Betrieb tut, was der Plan sagt, auch ohne Besuch.
  3. Ist das nachweisbar? Eine Aufzeichnung, die zum Zeitpunkt der Handlung entstand.

Jeder der folgenden Fehler ist ein Nein auf eine dieser drei Fragen.

Teil 1: Fehler bei Personal und Schulung

Fehler 1: Belehrung nach § 43 IfSG und Hygieneschulung nach § 4 LMHV verwechselt

Woran der Kontrolleur es erkennt
Der Kontrolleur fragt nach beidem, im Ordner liegt nur eines. Meist die Bescheinigung vom Gesundheitsamt, weil sie bei der Einstellung verlangt wurde. Die jährliche Hygieneschulung fehlt, oder umgekehrt.
Warum es passiert
Im Alltag heißt beides „Hygieneschein“. Es sind aber zwei Pflichten aus zwei Gesetzen: Die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz schützt vor ansteckenden Krankheiten, die Schulung nach der Lebensmittelhygiene-Verordnung vermittelt den Umgang mit Lebensmitteln.
So beheben Sie es
Zwei Reiter im Ordner, zwei Fristen. Die Erstbelehrung nach § 43 IfSG macht das Gesundheitsamt einmal vor der ersten Tätigkeit, die Folgebelehrung macht der Betrieb alle zwei Jahre. Die Hygieneschulung nach § 4 LMHV läuft in der Praxis jährlich und braucht eine Teilnahmebescheinigung pro Person.
Mit HACCP Control
Die Online-Schulung deckt die jährliche Hygieneschulung nach § 4 LMHV und die Folgebelehrung nach § 43 Abs. 4 IfSG in einem Durchgang ab, die Bescheinigung nennt die Inhalte. Zwei Pflichten, ein Nachweis, nichts zum Verwechseln. Die Erstbelehrung bleibt beim Gesundheitsamt. Für mehrere Personen: Team-Schulung für Betriebe.

Fehler 2: Die Folgebelehrung läuft unbemerkt aus

Woran der Kontrolleur es erkennt
Das Datum der letzten Belehrung liegt mehr als zwei Jahre zurück, oder es gibt gar keine Dokumentation, nur die Erstbescheinigung aus dem Einstellungsjahr.
Warum es passiert
Es gibt keinen Turnus. Die Erstbelehrung ist ein Termin, die Folgebelehrung ist eine Wiederholung, an die niemand erinnert. Nach § 43 Abs. 4 IfSG muss der Arbeitgeber nach Aufnahme der Tätigkeit und danach alle zwei Jahre belehren und die Teilnahme dokumentieren.
So beheben Sie es
Einen festen Termin im Jahr für alle, unabhängig vom Einstellungsdatum. Dokumentiert werden Datum, Inhalt und Unterschrift jeder Person. Wie die Folgebelehrung abläuft und was sie enthalten muss, steht im eigenen Leitfaden.
Mit HACCP Control
Die kostenlose App zeigt je Mitarbeiter, wann die nächste Schulung fällig ist, und markiert überfällige Personen. Die Auffrischung läuft als Online-Schulung in 10 bis 25 Minuten, jeder am eigenen Handy, ohne Termin für das ganze Team.

Fehler 3: Neue Mitarbeiter arbeiten, bevor sie belehrt sind

Woran der Kontrolleur es erkennt
Die Aushilfe ist seit drei Wochen da, eine Bescheinigung gibt es nicht. Oder die Bescheinigung vom Gesundheitsamt war bei Arbeitsbeginn schon älter als drei Monate.
Warum es passiert
Personalmangel und Saisonspitzen. Die Person wird gebraucht, die Belehrung „holt man nach“. § 43 Abs. 1 IfSG verlangt die Erstbelehrung vor der erstmaligen Tätigkeit, mit einer Bescheinigung, die nicht älter als drei Monate ist.
So beheben Sie es
Belehrung und Hygieneschulung gehören in den Einstellungsablauf vor die erste Schicht, auch bei Aushilfen, Saisonkräften und Zeitarbeit. Wer online schult, hat die Bescheinigung am selben Tag in der Akte.
Mit HACCP Control
Neue Mitarbeiter bekommen am ersten Tag den Schulungslink, machen die Online-Schulung am Handy und haben die Bescheinigung vor der ersten Schicht als PDF. Bei der Team-Schulung gilt ein Link für alle, auch für die Aushilfe, die nächste Woche anfängt. Die Erstbelehrung nach § 43 Abs. 1 IfSG bleibt Sache des Gesundheitsamts, alles andere ist am selben Tag erledigt.

Fehler 4: Die Nachweise liegen nicht an der Betriebsstätte

Woran der Kontrolleur es erkennt
„Das hat der Steuerberater“ oder „das liegt in der Zentrale“. Für den Kontrolleur ist ein Nachweis, den er nicht sehen kann, an diesem Tag kein Nachweis.
Warum es passiert
Personalakten werden zentral geführt, Filialen und Standorte haben keine Kopie. § 43 Abs. 5 IfSG verlangt, dass Bescheinigung und Dokumentation der Belehrung beim Arbeitgeber aufbewahrt und an der Betriebsstätte verfügbar gehalten werden.
So beheben Sie es
Pro Standort ein Ordner mit Kopien, oder die Nachweise digital abrufbar, damit sie in jeder Filiale auf dem Tablet erscheinen. Bei der Team-Schulung bekommt der Betrieb alle Bescheinigungen gesammelt als PDF.
Mit HACCP Control
Protokolle und Schulungsstand liegen in der kostenlosen App und sind an jedem Standort abrufbar, auf jedem Gerät, mit dem sich das Team anmeldet. Der Kontrolleur bekommt sie auf dem Tablet gezeigt statt aus der Zentrale nachgereicht.

Fehler 5: Die Hygieneschulung wird selbst gehalten, und der Nachweis ist eine Unterschriftenliste

Woran der Kontrolleur es erkennt
Der Kontrolleur fragt: Was wurde geschult, von wem, mit welchen Unterlagen, und gab es eine Erfolgskontrolle? Als Antwort liegt eine Liste mit Datum und Unterschriften vor. Sie belegt, dass Leute im Raum waren, nicht, dass geschult wurde. Eine Liste, die Sie selbst geschrieben haben, kann niemand außerhalb Ihres Betriebs bestätigen.
Warum es passiert
Selbst schulen ist nach § 4 LMHV zulässig, eine fachkundige Person des Betriebs darf das. In der Praxis findet die Schulung dann zwischen zwei Schichten statt, die Inhalte kommen aus dem Gedächtnis, die Aushilfe vom Wochenende fehlt, der neue Kollege wird vergessen, und eine Erfolgskontrolle gibt es nicht. Nach zwei Jahren kann niemand mehr sagen, was damals Thema war. Bei der Kontrolle müssen Sie aber verifizierbar beweisen, dass geschult wurde.
So beheben Sie es
Wer selbst schult, braucht ein Protokoll mit Themen, Unterlagen, schulender Person und einer Erfolgskontrolle je Teilnehmer, wie in der Vorlage zum Selberschulen. Deutlich sicherer ist der Nachweis, den nicht der Betrieb selbst geschrieben hat: Bei der Online-Hygieneschulung sind die Inhalte dokumentiert, jede Person legt einen Wissenstest ab, und die Bescheinigung trägt einen QR-Code, mit dem die Kontrolle selbst prüft, wer wann welche Schulung abgeschlossen hat. Das gilt für jeden im Team, in 23 Sprachen, mit Bescheinigung am selben Tag.
Mit HACCP Control
Bei der Online-Schulung sind Inhalte, Wissenstest und Ergebnis je Person dokumentiert, die Bescheinigung trägt einen QR-Code, den die Kontrolle selbst prüft. Niemand im Betrieb muss erklären, was in der Schulung gesagt wurde, das steht auf dem Nachweis. Für das ganze Team: Team-Schulung mit einem Link für alle.

Teil 2: Fehler in Dokumentation und Eigenkontrolle

Fehler 6: Temperaturlisten werden nachgetragen

Woran der Kontrolleur es erkennt
Eine Handschrift, ein Stift, glatte Werte: 4 °C, 4 °C, 4 °C, über Wochen. Das Wochenende ist lückenlos ausgefüllt, obwohl der Betrieb geschlossen war. Uhrzeiten fehlen. Kontrolleure sehen viele Listen und erkennen das Muster auf einen Blick.
Warum es passiert
Gemessen wird, aufgeschrieben nicht. Die Liste gilt als Pflichtübung für die Kontrolle, nicht als Werkzeug für den Betrieb. Kurz vor dem Termin wird dann „vervollständigt“.
So beheben Sie es
Der Eintrag entsteht im Moment der Messung, mit Uhrzeit. Eine Lücke bleibt eine Lücke, mit einem Vermerk, warum sie entstand. Das ist glaubwürdiger als eine perfekte Liste. Mehr dazu bei den häufigen Fehlern bei der Temperaturkontrolle.
Mit HACCP Control
Ein Prüfzeitpunkt lässt sich in der kostenlosen App nur für heute oder gestern eintragen, die Erfassungszeit wird zusätzlich gespeichert. Eine Liste rückwirkend für die letzte Woche auszufüllen geht nicht. Genau das macht die Aufzeichnung für den Kontrolleur glaubwürdig.

Fehler 7: Keine einzige Abweichung, jahrelang

Woran der Kontrolleur es erkennt
Der Kontrolleur prüft die Plausibilität. Ein Kühlgerät, das nie abgetaut wurde, nie eine offene Tür hatte und nie einen Ausfall, ist unwahrscheinlich. Eine Liste ohne jede Abweichung wirkt nicht vorbildlich, sondern ungenutzt.
Warum es passiert
Abweichungen gelten als Makel, der Ärger bringt. Also werden sie nicht notiert oder geglättet. Dabei ist die dokumentierte Abweichung mit Maßnahme der stärkste Beleg dafür, dass die Eigenkontrolle funktioniert.
So beheben Sie es
Die Regel im Team umdrehen: Eine Abweichung, die aufgeschrieben und behoben wurde, ist ein Erfolg. Was ein kritischer Kontrollpunkt ist und wann ein Wert wirklich eine Abweichung darstellt, steht im Leitfaden dazu.
Mit HACCP Control
Liegt ein Wert außerhalb des Grenzwerts, markiert die App den Eintrag selbst als Abweichung. Es gibt kein Glätten, und die dokumentierte Abweichung mit Maßnahme steht im Protokoll als das, was sie ist: der Beleg, dass kontrolliert wird.

Fehler 8: Abweichung erkannt, Korrekturmaßnahme nicht dokumentiert

Woran der Kontrolleur es erkennt
In der Liste steht 9 °C, daneben steht nichts. Was mit der Ware passiert ist, wer den Kühlschrank geprüft hat und ob der Wert am Abend wieder stimmte, lässt sich nicht nachvollziehen.
Warum es passiert
Die Maßnahme wurde meist ergriffen, aber nicht notiert. Art. 5 Abs. 2 Buchst. c der VO (EG) Nr. 852/2004 verlangt festgelegte Korrekturmaßnahmen, und ohne Aufzeichnung ist eine Maßnahme im Nachhinein nicht vorhanden.
So beheben Sie es
Jede Abweichung bekommt vier Angaben: wer, was, wann, was mit der Ware geschah. Wie eine vollständige HACCP-Dokumentation aufgebaut ist, zeigt der Leitfaden. In der App ist das Feld für die Maßnahme bei jeder Abweichung Pflicht, sonst lässt sich der Eintrag nicht abschließen.
Mit HACCP Control
In der App lässt sich ein Eintrag mit Abweichung nur abschließen, wenn die Korrekturmaßnahme eingetragen ist. Wer sie vergisst, kann nicht speichern. Damit gibt es keine 9 °C ohne Maßnahme mehr.

Fehler 9: Der Reinigungsplan hängt, aber er stimmt nicht

Woran der Kontrolleur es erkennt
Im Plan steht Reinigungsmittel X, im Regal steht Y. Verantwortlich ist „Küche“, also niemand. Konzentration und Einwirkzeit fehlen, das Reinigungsprotokoll wurde zuletzt vor vier Monaten abgezeichnet.
Warum es passiert
Der Plan wurde einmal erstellt, oft vom Lieferanten der Reinigungsmittel, und seitdem nicht angefasst. Wechselt das Mittel oder die Person, bleibt der Aushang gleich.
So beheben Sie es
Die fünf W durchgehen: was, womit, wie, wann, wer. Einmal im Jahr und bei jedem Wechsel von Mittel oder Personal aktualisieren. Die häufigsten Lücken stehen beim HACCP-Reinigungsplan.
Mit HACCP Control
Die Reinigungsvorlage in der App legt Bereiche, Intervall und die Prüfung der Mittelkonzentration fest. Jede durchgeführte Reinigung ist einer Person und einem Zeitpunkt zugeordnet, und das Konzept in der App entsteht aus genau diesen Vorlagen. Aushang und Protokoll können nicht mehr auseinanderlaufen.

Fehler 10: Wareneingang ohne Kontrolle

Woran der Kontrolleur es erkennt
„Wie kalt war die Ware bei Ankunft?“ Als Antwort gibt es den Lieferschein, aber keine Temperatur, kein MHD, keinen Vermerk zum Zustand. Zurückgewiesene Ware taucht nirgends auf.
Warum es passiert
Der Lieferant kommt, wenn es voll ist. Die Ware wird weggeräumt, geprüft wird sie nicht. Nach Anhang II Kap. IX Nr. 1 der VO (EG) Nr. 852/2004 dürfen aber keine Rohstoffe angenommen werden, die nicht in Ordnung sind, und das lässt sich nur mit einer Kontrolle zeigen.
So beheben Sie es
Stichprobe je Lieferung: Temperatur bei Kühlware, MHD, Zustand der Verpackung, mit Datum und Kürzel. Zurückgewiesene Ware wird mit Grund notiert. Wie das ohne Zeitverlust geht, steht beim Leitfaden zur Wareneingangskontrolle.
Mit HACCP Control
Die Wareneingangsvorlage der App fragt je Lieferung Lieferant, Charge, Temperatur bei Kühlware, Verpackung, MHD und Sensorik ab, in unter einer Minute am Handy, mit Person und Zeitpunkt. Zurückgewiesene Ware steht als Abweichung mit Maßnahme im Protokoll.

Fehler 11: Das Konzept stammt aus einer Vorlage und wurde nie angepasst

Woran der Kontrolleur es erkennt
Das Konzept beschreibt eine Fritteuse, der Betrieb hat keine. Auftauen und Abkühlen fehlen als Prozessschritte, obwohl beides täglich passiert. Verantwortlich ist ein Küchenchef, der seit zwei Jahren nicht mehr da ist.
Warum es passiert
Eine Vorlage ist ein guter Start, aber Art. 5 der VO (EG) Nr. 852/2004 verlangt Verfahren, die auf den eigenen Betrieb passen. Ein Konzept, das den eigenen Ablauf nicht beschreibt, ist für den Kontrolleur ein Konzept auf dem Papier.
So beheben Sie es
Die Gefahrenanalyse am eigenen Ablauf entlang durchgehen, vom Wareneingang bis zur Ausgabe, und jedes Jahr sowie bei jeder Änderung prüfen. Wie ein HACCP-Konzept aufgebaut ist und was eine Vorlage leisten kann und was nicht, steht in den beiden Leitfäden.
Mit HACCP Control
Das HACCP-Konzept in der App wird aus den Vorlagen zusammengesetzt, die der Betrieb tatsächlich nutzt, mit den Grenzwerten und Korrekturmaßnahmen, die darin stehen. Ändert sich eine Vorlage, ändert sich das Konzept. Eine Fritteuse, die es nicht gibt, steht nicht drin.

Weitere Punkte, die häufig auffallen

  • Kein Plan für das Schädlingsmonitoring: Köderstellen ohne Plan, Kontrollen ohne Datum.
  • Keine schriftliche Allergendokumentation für lose Ware, die Auskunft hängt am Gedächtnis des Personals.
  • Warmhaltetemperaturen werden nie gemessen, obwohl Speisen über Stunden in der Ausgabe stehen. Die Richtwerte stehen beim Leitfaden zur Kühlkette.
  • Messgeräte ohne Kalibriernachweis. Ein Thermometer, das zwei Grad daneben liegt, macht jede Liste wertlos.

Was die Statistik zeigt

Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Deutschland führte im Jahr 2023 nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 695.537 Kontrollen in 458.939 Betrieben durch. Dabei wurden 164.064 Verstöße festgestellt.

Woran die Verstöße im Einzelnen liegen, weist der Bund seit einigen Jahren nicht mehr aus. Sachsen tut es: Von den Verstößen, die 2025 eine formelle Maßnahme der Behörde nach sich zogen, entfielen 48 % auf die betriebliche Eigenkontrolle, also Wareneingangskontrolle, Rückverfolgbarkeit, Temperaturüberwachung, HACCP und Schulung der Mitarbeiter. Weitere 33 % betrafen die allgemeine Hygiene. Anders gesagt: Fast die Hälfte der schweren Fälle sind genau die Fehler 5 bis 11 auf dieser Seite.

Was nach einer Beanstandung passiert

Bei geringen Mängeln setzt die Behörde eine Frist und kontrolliert nach. Diese Nachkontrolle ist gebührenpflichtig, das schreibt Art. 79 Abs. 2 Buchst. c der VO (EU) 2017/625 vor. Verstöße können nach § 60 LFGB mit einem Bußgeld belegt werden. Ist ein Bußgeld von mindestens 350 Euro zu erwarten, kann die Behörde den Verstoß nach § 40 Abs. 1a LFGB öffentlich machen. Bei einer Gefahr für die Gesundheit ordnet sie nach § 39 LFGB Maßnahmen an, bis hin zur vorübergehenden Schließung.

Der teuerste Teil ist selten das Bußgeld. Es ist die Zeit, die eine Nachkontrolle, die Nacharbeit der Dokumentation und im schlimmsten Fall ein geschlossener Tag kosten.

Selbstcheck: Welche dieser Fehler betreffen Ihren Betrieb?

Der kostenlose Selbstcheck „Bin ich kontrollbereit?“ stellt elf Fragen entlang der Punkte, die eine Kontrolle prüft, und zeigt in zwei Minuten, wo die Lücken liegen. Für die Dokumentation selbst hilft die kostenlose HACCP-App: Jeder Eintrag bekommt einen Zeitstempel, jede Abweichung braucht eine Maßnahme, und die Nachweise liegen als PDF an jedem Standort bereit.

Häufige Fragen

Was beanstandet die Lebensmittelkontrolle am häufigsten?

Die amtliche Lebensmittelüberwachung beanstandet am häufigsten die Betriebshygiene, gefolgt vom Hygienemanagement, also der Eigenkontrolle nach HACCP samt Dokumentation. Bei den schweren Verstößen dreht sich das Bild: In Sachsen entfielen 2025 48 % der Verstöße mit formeller Maßnahme auf die Eigenkontrolle (Wareneingang, Temperatur, HACCP, Schulung), 33 % auf die allgemeine Hygiene. In der Praxis sind das nachgetragene oder lückenhafte Listen, Abweichungen ohne dokumentierte Korrekturmaßnahme, veraltete Reinigungspläne und fehlende Schulungs- und Belehrungsnachweise.

Ist die Belehrung nach § 43 IfSG dasselbe wie die Hygieneschulung?

Nein. Die Belehrung nach § 43 IfSG kommt aus dem Infektionsschutzgesetz: Erstbelehrung durch das Gesundheitsamt vor der ersten Tätigkeit, Folgebelehrung durch den Arbeitgeber alle zwei Jahre. Die Hygieneschulung nach § 4 LMHV kommt aus dem Lebensmittelrecht und vermittelt den Umgang mit Lebensmitteln. Ein Betrieb braucht für jede Person beide Nachweise.

Wie oft muss die Folgebelehrung nach § 43 IfSG stattfinden?

Nach § 43 Abs. 4 IfSG belehrt der Arbeitgeber nach Aufnahme der Tätigkeit und danach alle zwei Jahre. Die Teilnahme ist zu dokumentieren. Bescheinigung und Dokumentation müssen nach § 43 Abs. 5 IfSG beim Arbeitgeber aufbewahrt und an der Betriebsstätte verfügbar sein.

Ist es ein Fehler, die Hygieneschulung selbst zu machen?

Selbst schulen ist nach § 4 LMHV zulässig. Der Fehler liegt im Nachweis: Eine Unterschriftenliste belegt Anwesenheit, aber keine Schulung, und eine Liste aus dem eigenen Betrieb kann niemand von außen bestätigen. Wer selbst schult, braucht Protokoll, Themen, Unterlagen und eine Erfolgskontrolle je Person. Deutlich sicherer ist eine Bescheinigung, die die Kontrolle selbst prüfen kann, etwa per QR-Code mit Datum, Inhalten und Testergebnis.

Dürfen Temperaturlisten nachträglich ausgefüllt werden?

Nein. Die Aufzeichnung soll zum Zeitpunkt der Messung entstehen, mit Datum und Uhrzeit. Nachgetragene Werte sind kein Nachweis, und Kontrolleure erkennen das Muster an gleichmäßigen Werten, einer Handschrift und lückenlos ausgefüllten Ruhetagen. Eine Lücke mit Vermerk ist glaubwürdiger als eine nachträglich vervollständigte Liste.

Reicht ein HACCP-Konzept aus einer Vorlage?

Nur wenn es an den eigenen Betrieb angepasst wurde. Art. 5 der VO (EG) Nr. 852/2004 verlangt Verfahren, die auf den betriebseigenen Prozessen beruhen. Eine Vorlage, die Prozessschritte beschreibt, die es im Betrieb nicht gibt, oder eigene Schritte auslässt, gilt bei der Kontrolle als nicht umgesetztes Konzept.

Was passiert, wenn die Kontrolle Mängel feststellt?

Bei geringen Mängeln setzt die Behörde eine Frist zur Behebung und kontrolliert nach. Diese Nachkontrolle ist nach Art. 79 Abs. 2 Buchst. c der VO (EU) 2017/625 gebührenpflichtig. Verstöße können nach § 60 LFGB mit Bußgeld belegt werden. Ist ein Bußgeld von mindestens 350 Euro zu erwarten, kann die Behörde den Verstoß nach § 40 Abs. 1a LFGB veröffentlichen. Bei einer Gefahr für die Gesundheit ordnet sie nach § 39 LFGB Maßnahmen an, bis hin zur vorübergehenden Schließung.

Die elf Fehler abstellen, bevor die Kontrolle sie findet

Fehler 1 bis 5 löst die Online-Schulung: Inhalte, Wissenstest, Bescheinigung mit QR-Code, Folgebelehrung inklusive, in 23 Sprachen. Fehler 6 bis 11 löst die App: Zeitfenster statt Nachtragen, Pflichtfeld für die Korrekturmaßnahme, Wareneingang in einer Minute, Konzept aus den eigenen Vorlagen.